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Wie sehr verbiegst du dich?

Dieser Beitrag soll dir zu helfen, dich nicht mehr zu verbiegen und deine Muster aus der Kindheit aufzulösen.

Wie sehr verbiegst du dich in deinen verschiedenen Rollen? Als Tochter, Mutter, Angestellte, Freundin und in deinen Liebesbeziehungen?

Wie viele Male hast du dich schon kleiner gemacht, damit der andere sich vermeintlich grösser fühlen konnte? Deine Meinung nicht gesagt, dich unwissend gestellt, dich zurückgenommen, deine Wünsche hintenan gestellt? Nachgegeben, um des lieben Friedens willen?

Ja sagen und nein meinen

Sagst du viel ‘ja’ und meinst eigentlich ‘nein’?

Wie viele Male hast du ein Miteinander im Haushalt von deiner Familie eingefordert und es dann doch alleine gemacht? Bist du gut genug für Haushaltsarbeit und andere sich dafür zu schade?

Die meinen das nicht so

Kannst du zeigen und kommunizieren, wenn dich etwas verletzt oder suchst du den Fehler erst bei dir? Redest du es klein, wenn deine Grenzen überschritten werden? Wie viel entschuldigst du? Misstraust deinen Gefühlen? Kannst du deine Grenzen zeigen? Verbiegst du dich aus Angst vor Liebesentzug, nicht gut genug zu sein, verlassen zu werden?

Stimmt, vielen Dank für dein Lob 😊

Sagst du, wenn man dich lobt einfach ‘vielen Dank’ oder schmälerst du’s mit Erklärungen wie ‘das war gar nicht viel oder schwer’ oder ‘das Kleid war ein Schnäppchen im Schlussverkauf?’ Glaubst du ein Lob vorbehaltlos und freust dich darüber oder redest du es klein?

Kannst du von Herzen sagen: Ich bin gut, das habe ich richtig toll gemacht! Ich finde mich schön, so wie ich bin und liebe meinen Körper! Ich verdiene mehr als mein Schatz und das ist voll ok für mich (und für ihn auch)? Gratuliere, dann brauchst du nicht weiter zu lesen! 😊

Bescheidenheit ist eine Tugend!?

Gerade wir Mädchen in unserer Generation wurden in der Regel nicht dazu erzogen, uns in unserer Grösse zu zeigen. Waren wir gut in der Schule, waren wir die Streber und wurden gehänselt. Mathe toll zu finden war gar nicht weiblich. Gescheiter sein als die Geschwister war auch nicht erwünscht, ebenso wie zu viel Wissbegierde. Haben wir der Familie gesagt, dass wir uns richtig gut und toll finden, wurde das in den meisten Fällen nicht beklatscht. Denn, Bescheidenheit ist eine Tugend.

Nicht zu viel loben, sonst wird man übermütig, arrogant, eingebildet, war der Tenor. Viel wurde mit Scham, Schuld und Liebesentzug operiert. Die Angst, mit zu viel Selbstbewusstsein keinen Mann zu finden, war gross 😉.

Liebe muss ich mir verdienen

Viele von uns sind mit dem Glaubenssatz aufgewachsen, dass wir für Liebe ganz viel tun müssen. Wir wurden geliebt und gelobt, wenn wir brav, ruhig, ohne eigene Meinung und fleissig waren und die ‘negativen’ Gefühle wie Wut oder Trauer unterdrückt haben. Wenn wir ohne Widerrede das getan haben, was von uns verlangt wurde. Die meisten von uns hatten nicht das Gefühl, dass wir nur um unser Selbstwillen, mit all unseren Ecken und Kanten geliebt wurden. Viele von uns waren das ‘liebe Kind’.

Wenn du diese alten Glaubenssätze aus der Kindheit in deine Liebesbeziehungen überträgst, dann wirst du auch da ganz viel tun und dich verbiegen, um geliebt, gelobt und gesehen zu werden. Und dich noch mehr anstrengen, weil es nie reicht. Doch diese Rechnung geht leider nicht auf. Und dieses ‘brauchen’ auch wenig mit Liebe zu tun hat. Selbstvertrauen kann man nicht im Aussen finden, das geht nur über sein Inneres.

Gegen Aussen Fassade

Ich weiss, wovon ich rede. Auch ich war lange Zeit im Aussen die starke, fröhliche Frau, die nichts umhauen, der man viel aufbürden kann. Eine ganz nette, die schlecht nein sagen konnte und viel für andere da war. Richtig harmoniesüchtig. Die, egal wie gut sie etwas getan hat, nie zufrieden mit sich war, immer mit einer Mängelliste herumgelaufen ist. Eine, die ganz schlecht zeigen konnte, wenn es ihr nicht gut ging. Eine die fast panisch auf ihre Schwächen reagiert hat. Die Lob nicht glauben und annehmen konnte.

Immer mehr habe ich mich als Mogelpackung gefühlt, als Fassade. Weil ich das Gefühl hatte, ich mache allen etwas vor. Das bin gar nicht ich.

Verbiegen bis es nicht mehr geht

Auf einmal geht das sich Verbiegen nicht mehr. Weil du zu sehr leidest. Weil dein Körper dir im Aussen zeigt, wie es in deinem Innern aussieht. Weil du erschöpft bist. Weil du auf einmal so viel Wut spürst, die dir die Kraft gibt, die Dinge zu verändern. Die Gefahr besteht da, dass du deine Mitmenschen wie ein Bulldozer überfährst.

Persönlichkeitsentwicklung

In meinen Ausbildungen habe ich gelernt, bei mir hinzuschauen. Mich zu fragen, wo meine Beziehungen mein Inneres spiegeln.

Die Arbeit u.a. mit meinem inneren verletzten Kind haben Heilung gebracht. Denn dieses innere verletzte Kind hat mich als Erwachsene agieren und reagieren lassen. Ich habe gelernt, dass ich dafür zuständig bin, gut und liebevoll für dieses Kind zu sorgen und mein Selbstvertrauen in meinem Inneren suchen darf. Ein Schulterklopfen ist eine ganz nette Zugabe, das mag ich heute noch, doch ich brauche es nicht mehr.

Heute darf ich stark und schwach sein. Ja und nein sagen, gut genug und nicht perfekt sein. Ich darf fröhlich sein und mich traurig oder wütend fühlen. Ich darf alles sein und mich so zeigen wie ich bin. Ich habe den Mut, Dinge anzusprechen, auch wenn sie unbequem sind. Ich halte es aus, wenn man mich nicht so toll findet. Ich kann NEIN-sagen! Was für eine unglaubliche Freiheit! Ich darf meinen eigenen Weg gehen!

Dich so zu zeigen wie du bist macht verletzlich

Dich so zu zeigen wie du bist, macht verletzlich. Weil du dein Innerstes zeigst, dir in deine Seele blicken lässt und dich blosslegst. Was, wenn die Person, die dir wichtig ist nicht gut findet was er sieht? Doch wirkliche Nähe und ehrliche Beziehungen entstehen nur, wenn du dich zeigst.

Sich zeigen bringt Nähe und die Erlaubnis, in seiner Grösse zu sein

Jeder von uns möchte tief in seinem Inneren nichts weiter als so geliebt und verstanden werden, wie er ist. Ohne darum kämpfen zu müssen, ohne sich dafür verbiegen und klein machen zu müssen. Einfach um seiner selbst willen. Du bist du in deiner wahren Grösse und nur so kann auch der andere in seine Grösse kommen. 

Was kann dir passieren, wenn du dich nicht mehr verbiegst?

Wenn du dich veränderst, verunsichert das deine Mitmenschen. Das ist ganz normal. Du zeigst eine Seite, die sie so nicht kennen. Du musst mit Widerstand rechnen. Denn deine Veränderung verändert auch ihr Leben. Und die meisten Menschen mögen Veränderungen erst einmal wenig. Weil die ausserhalb ihrer Komfortzone liegt.

Du darfst deinen Weg gehen

Geh deinen Weg, bleibe bei dir und suche Menschen, die dich unterstützen. Und denke, nein fühle!, das, was vor dir liegt! Mit der Zeit werden dich deine Mitmenschen dafür schätzen, weil du authentisch bist, Mut hast. Weil deine Beziehungen auf Augenhöhe und tiefer, ehrlicher werden.

Lerne ‘Nein’ zu sagen und mach für dich eine Not-to-do-Liste! In Liebe und Respekt zu dir und deinen Mitmenschen.

Manchmal sitzen Muster aus der Kindheit tief. Gerne helfe ich dir, diese aufzudecken, zu verstehen und zu verändern. In einem kostenlosen Klarheitsgespräch gibt dir Impulse für deinen weiteren Weg. Vielleicht mit mir? Ich freue mich auf dich!

Bis demnächst deine Verena Gehrig

Falls dir mein Beitrag gefallen hat, danke ich dir für’s Liken 🙂

 

 

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